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Farbmanagement in GIMP: Wie sehen Bilder nach dem Drucken aus?

Ein anderer Artikeltitel könnte auch lauten: „Wie nutze ich die Farbprofile des Canon MP640 unter Linux?“ Oder: „Farbmanagement für Anfänger“. Aber ich versuche es mal mit diesem hier.

Jeder, der zu Hause Bilder druckt, kennt die Enttäuschung: „Hmm, das Foto sah auf dem Bildschirm aber schöner aus.“ Auch wenn sich die Qualität des Druckens nicht ins Unendliche steigern lässt, kann man zumindest vor dem Druck schon erfahren, wie die Grafik oder das Portrait annähernd auf Papier aussehen wird.

Profisache Farbverwaltung

Farbverwaltung/-management im Allgemeinen ist ein komplexes Thema. Wer sich näher damit beschäftigen möchte, kommt um eine weiterführende Lektüre nicht herum (für den Anfang tut es auch Wikipedia). An dieser Stelle möchte ich nur kurz die Bedeutung von ICC-/ICM-Profilen anreißen.

Profile

Farbprofile sind Daten, die in einer bestimmen Kombination von Ein- und Ausgabegeräten erzeugt wurden. Ziel ist es, vom ersten bis zum letzten Glied eine farbsichere Anzeige von visuellem Inhalt zu erhalten, das heißt zum Beispiel, dass ein Foto von der Aufnahme über die Bearbeitung bis hin zum Druck identisch aussehen soll. Für den Grafiker hat das den Vorteil, dass er zu jedem Zeitpunkt weiß, wie sein Bild am Ende vom Betrachter gesehen wird. Diese Profile nun enthalten jene Farbinformationen, die nötig sind, um das Bild so anzuzeigen, wie das Ausgabegerät des Profils es tun würde. Man kann sie also als Filter bezeichnen, die Farbwerte übersetzen.

Schema zur Veranschaulichung von Farbmanagement

Was GIMP nicht alles kann!

Auch wenn GIMP von professionellen Grafikern häufig Kritik einstecken muss – berechtigt oder nicht – besitzt es die Option, Farbprofile auf die Bildausgabe anzuwenden. Dazu geht man in GIMP 2.6 in die Einstellungen und findet unter Farbverwaltung die möglichen Konfigurationsmöglichkeiten.

Screenshot der Farbverwaltungseinstellungen von GIMP

Der Arbeitsmodus legt den Anzeigemodus fest. Wählt man hier Farbkorrigierte Darstellung, wird das Bildschirmprofil angewendet. Über Farbanpassung des Bildschirms regelt man, wie die Farben berechnet werden (z. B. angelehnt an die Wahrnehmung). Wählt man dort hingegen Drucksimulation, wird das Drucksimulationsprofil geladen. Auch hier ist wieder eine Farbanpassung möglich.

Voraussetzung: Farbprofile

Natürlich muss man erst einmal Farbprofile der Ausgabegeräte (Drucker und Monitor) besitzen. Viele Hersteller bieten sie ihren Kunden auf den mitgelieferten Installationsmedien an. So lagen meinem Canon MP640 einige Profile bei, die alle auf diesen Drucker und einige Papiere des Herstellers eingestellt waren. Die Benennung der Dateien ist ein wenig kryptisch, deswegen folgt nun eine Übersicht der Bedeutung einiger dieser Profile.

Dabei stehen die Ziffern für die Qualitätsstufe des Papiers, von 1 (höchste) bis 3. Die Abkürzungen repräsentieren die Papierarten. Weitere Typen sind PP (Glossy II), GP (Photopapier Everyday Use), HR (Hochauflösendes Papier), TR (T-Shirt-Drucke) und PS (Photosticker).

Anwendung

Stellt man nun ein solches Profil ein und wählt Drucksimulation, sollte man die resultierenden Farben nach dem Druck schon vor diesem besser abschätzen können und sich dadurch die ein oder andere Enttäuschung ersparen.

Ein Screenshot eines Bildes ohne und mit Drucksimulation (zur besseren Unterscheidung können sie in unterschiedlichen Tabs geöffnet und verglichen werden):
Ein Foto von Rosen mit RGB-Farbspirale (ohne Drucksimulationsprofil)
Ein Foto von Rosen mit RGB-Farbspirale (mit Drucksimulationsprofil)

Kommentare

Dein Kommentar:






Bisher...

 
09.04.2014 09:01 Dr. Arthur A. Keller sagt:
Danke für den Artikel. Das Problem in Gimp is leider, daß zum eigentlichen Ausdruck der direkte Einsatz eines Farbprofils aus der Anwendung heraus nicht möglich ist (ICM beim Drucker aus).
 
19.02.2011 11:24 benjy sagt:
viele dank für dä Post - sehr hilfrich!
 
17.02.2011 19:06 Dominik sagt:
Danke für diesen Artikel!

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