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Adobe Flash und 64-bit — Nichts Neues in 10.2

Ein kleiner Einblick in die aktuelle Berichterstattung zu Adobe Flash:

So oder so ähnlich wird man als 64-bit-Nutzer bei der freudigen Veröffentlichungsnachricht zu Adobe Flash 10.2 begrüßt. Berücksichtigt man, dass ein Großteil der Linuxnutzer schon seit Jahren auf 64-bit umgestiegen ist, Tendenz steigend, empfinde ich es als eine Dreistigkeit, dass der Software-Anbieter diese Nutzergemeinde konsequent benachteiligt.

Dabei lässt sich die Liste an Neuerungen in der aktuellen Version durchaus sehen. Vorne mit dabei ist die Unterstützung für beschleunigtes Hardware-Rendering von Videomaterial, die eine enorme Wiedergabeverbesserung bei sinkender CPU-Last und damit sinkendem Energieverbrauch verspricht.

Doch davon keine Spur für die 64-Bitter unter uns. Es existiert zwar eine Beta-Version, genannt Square, doch die ist buggy und hinkt der 32-bit-Version deutlich hinterher.

Adobe: Nur VDPAU, ergo nur Nvidia

An dieser Stelle lässt sich auch sehr gut an die Entscheidung Adobes anknüpfen, alle Hardwarebeschleunigungs-Ambitionen voll auf VDPAU zu konzentrieren (nachdem sie sich über alle Linux-Grafiktechnologien ausgetobt haben). Da diese Programmierschnittstelle aber bisher nur vom kommerziellen Grafiktreiber von Nvidia unterstützt wird, bleiben alle anderen Grafikkartenbesitzer außen vor, auch ich mit meiner Radeon-Karte.

Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, dass AMD mindestens genauso schlecht agiert, wenn es um Beschleunigung im Linux-Segment geht. Aber Adobe hätte hier voraus gehen können. Warum sie sich nicht für die weiterverbreitete VA-API entschieden haben, bleibt wohl deren Geheimnis.

Wie gesagt, die Technik ist nicht neu, sodass man eigentlich davon ausgehen könnte, dass ein großer Hersteller wie Adobe einige Entwickler dafür bereitstellen kann – gerade als Anbieter einer so weitverbreiteten Technologie wie Flash. Auch wenn mich die Gründe als diskriminierter Endkunde nicht zu interessieren brauchen, vermute ich hier die Windows-Dominanz auf dem Computersektor, die nun mal immer noch 32-bit favorisiert.

Nun ja, bleibt nur zu hoffen, dass Adobe in die Puschen kommt.

Kommentare

Dein Kommentar:






Bisher...

 
15.02.2011 18:27 Abulafia sagt:
@Eduard: Stimmt wohl: Bei Debian (http://popcon.debian.org/) sind die (unzuverlässigen) Zahlen nämlich nochmal ganz anders, diesmal mehr amd64. Schade, dass man nichts Genaues weiß.
 
15.02.2011 15:42 Eduard Dopler sagt:
Wie adun zu Recht anmerkt, ist die Statistik „ungenau“, betrachtet man die Herkunft der Daten.
Der Ubuntu Polularity Contest wertet Informationen von Nutzern aus, die dieses Paket installiert haben. Es könnte also gut sein, dass viele (versierte?) 64-Bit-Nutzer das Paket entfernen und so aus der Statistik fliegen. Genauso gut lässt sich aber auch das Gegenteil daraus schließen.
Damit will ich sagen: Diese Statistik taugt nicht für Streitigkeiten, Jungs und Mädels ;-)
 
15.02.2011 10:02 Sven sagt:
Aus der Grafik lässt sich nicht entnehmen ob es sich um Server oder Desktop/Laptop Installationen handelt. Da Ubuntu auch häufig auf Servern eingesetzt wird und hier 64-bit der Standard ist vermute ich, dass der 64-bit Anteil bei den Desktop Systemen erheblich geringer ausfällt.
 
15.02.2011 01:33 Abulafia sagt:
@adun Danke für den Link! Nur irgendwie verwirrend:
1.513.611 = i386
345.072 = amd64
Wo hält sich das die Waage?
 
15.02.2011 00:49 Eduard Dopler sagt:
Auch ich stimme dir in vielen Punkten zu. Zuerst einmal bitte ich dich, den Begriff „Großteil“, nicht allzu wörtlich zu nehmen. Ich meine damit meine subjektive Wahrnehmung der Linuxgemeinde, die mir alltäglich im Internet begegnet, eingeschlossen Blogs und Foren, ja.
Nun hast du Recht, wenn du zwischen Anfängern und Fortgeschrittenen „Tuxern“ unterscheidest, also denen, die (vielleicht schon länger) mit fundierten Technikkenntnissen ein alternatives Betriebssystem nutzen und jenen, die Linux nur mal ausprobieren, weil sie einen Zeitschriftenartikel dazu gelesen haben. Bei Ersteren kann ich es sehr gut verstehen, dass sie das Potential ihrer Hardware gerne nutzen möchten und Linux bietet ihnen da gute Gründe. Man denke z.B. an die breite Software-Basis, die für beide Architekturen angeboten wird (und hier ist es tatsächlich der „Großteil“ der Software in den Ubuntu-Quellen). Für ebendiese Nutzer spreche ich. Ich denke, dass wir uns im Kern einig sind, dass moderne 64-bit-Plattformen zu vorteilhaft und wichtig sind (gar immer wichtiger), um sie möglichst lange zu ignorieren. Was Adobe da betreibt, ist also Kostendämpfung. Dies ist natürlich eine Art des Wirtschaftens, die weit verbreitet ist, die ich aber dennoch kritisiere.
Für erstgenannte Nutzer -- und da gebe ich dir voll Recht -- ist 64-bit nicht wichtig genug.
 
15.02.2011 00:35 Eduard Dopler sagt:
Ich denke hier an einen Durchschnittsnutzer, der Flash nutzen möchte. Dafür gibt es mehrere Wege; einer der einfachsten unter Ubuntu ist die Installation über die offiziellen Quellen. Diese führt eine Installation passend zur Architektur durch und wenn diese nunmal 64-bit heißt, läuft sie auf eine alte Version von Flash hinaus -- „alt“ deshalb, weil die neuen Features nicht unterstützt werden. Und ich traue mich zu behaupten, dass diese Situation auch länger anhalten wird, dass wir also noch länger eine Ungleichbehandlung von 32- und 64-bit-System haben werden.
Wie die tatsächliche statistische Nutzung dieser Archtitekturen aussieht, ist demnach nachrangig.
 
14.02.2011 21:39 adun sagt:
Square ist eine Neuimplentierung und wenn man sich den Eiertanz beim "alten" bez. 32-Bit anguckt, wird Adobe dafür schon Gründe haben. Dass Square dann bei Features hinterherhinkt ist normal, aber warum werden 64-Bit Nutzer benachteiligt? 32-Bit Maschinencode läuft auf einer vergleichbaren 64-Bit Maschine nicht nennenswert langsamer. Zwar wird das Potential nicht ausgeschöpft, aber benachteiligt ist übertrieben.

@Abulafia http://popcon.ubuntu.com/ Demnach halten sich 32 und 64-Bit etwa die Waage, wenn man die Ungenauigkeit der Statistik bedenkt.
 
14.02.2011 18:19 Thomas sagt:
Es gab mal eine Umfrage vor etwa einem viertel Jahr zu diesem Thema. Leider habe ich keine Links mehr, aber ich erinnere mich, dass die Linux-Welt zu ungefähr 50-50 zwischen 64 und 32 bit steht.

Also macht es schon Sinn, beide Welten gleich zu unterstützen.
 
14.02.2011 17:26 Abulafia sagt:
Stimme dir voll zu, dass es wünschenswert wäre, dass alle Technologien in gleichem Maße unterstützt werden.

Nur: Das ist nun einmal ein privatwirtschaftlich agierendes Unternehmen, welches eine proprietäre Technologie vertreibt. Die wollen zunächst einmal Geld machen und da ist in der Linux-Ecke noch nicht allzu viel zu holen.

Du schreibst, dass "ein Großteil der Linuxnutzer schon seit Jahren auf 64-bit umgestiegen ist". Wenn ich so die Blogosphäre betrachtet, scheint das tatsächlich so zu sein, wird doch hier die Nutzung von 64-bit oftmals als das Normalste von der Welt dargestellt. Nur: Auf welcher Datenbasis behauptest du das? Bei der populärsten Distributionsfamilie (Ubuntu) werden beispielsweise die 32-bit-Versionen zum Download "empfohlen". Entscheidet sich an dieser Stelle wirklich "ein Großteil der Linuxnutzer", doch die 64-bit-Version zu benutzen? Kurzum: Mich würden hier handfeste statistische Werte interessieren.
 
14.02.2011 16:04 seaman sagt:
Ich nutze unter meinem Kubuntu 10.10 64bit seit der Veröffentlichung von 10.2 wieder die 32bit Version mit dem nspluginwrapper. Die aktuelle 64bit Flash Testversion ist wirklich noch ziemlich buggy, was mich aber bisher dennoch nicht daran gehindert hat, es trotzdem der 32bit Version vorzuziehen. Aber da 10.2 jetzt VDPAU unterstützt, konnte ich einfach nicht anders und nutze jetzt wieder die 32bit Version + nspluginwrapper.

Aber ich muss noch dazu sagen, dass schon noch ein bisschen "gefrickel" notwendig war, um die VDPAU Unterstützung von Flash 10.2 32bit auf meinem 64bit Kubuntu zum laufen zu bringen:

http://forum.ubuntuusers.de/topic/hardware-beschleunigung-mit-flash-10-2-funktio/

Aber jetzt rennt es! Die CPU-Last ist jetzt auf einem sehr niedrigem Niveau und mein Notebook wird z.B. bei längeren YouTube-Sessions oder Mediathek-Sessions ( ARD, ZDF, ARTE) nicht mehr so warm.

Aber das soll natürlich nicht über die Unfähigkeit von Adobe hinwegtäuschen, die offenbar zu blöde sind, eine 64bit Version zu entwickeln (welche genauso "gut" funktioniert wie die 32bit Version und mindestens VDPAU mitbringt).

Die nächste Testversion vom 64bit Flash werde ich aber wieder intensiv testen, aber solange bleibe ich jetzt erstmal beim 32bit Flash.
 
14.02.2011 15:10 cirrus7 sagt:
Ich nutze für mein Ubuntu 64bit momentan den Flashplayer Square. Alles andere inklusive nspluginwrapper halte ich für unpraktikabel. Ich hoffe an der 64bit Front wird sich endlich was tun. Ein zeitgleiches Release mit der 32bit Version wäre wünschenswert. Das ganze ist ein ziemliches Trauerspiel ....

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